Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt?

von Donnerstag, 1. Oktober 2026 – 17:30 Uhr (Projektführung ab 15:30 Uhr)
bis Sonntag, 4. Oktober 2026 – 14 Uhr

Aus Anlass des Tags der Deutschen Einheit, der Langen Nacht der Demokratie und des
15-jährigen Bestehens der Gemeinschaft Schloss Tempelhof.

Unsere Gesellschaft verändert sich spürbar.

Wir erleben, wie Gespräche immer häufiger in Gegensätzen enden. Politische Überzeugungen, unterschiedliche Lebensentwürfe oder religiöse Prägungen führen zunehmend dazu, dass Menschen einander aus dem Blick verlieren. Unterschiedliche Überzeugungen und Lebensrealitäten werden immer häufiger nicht als Anlass zum Austausch, sondern als Grund für Distanz erlebt.

Die Folgen reichen längst weit über die Politik hinaus. Sie zeigen sich in Familien, Freundeskreisen, Nachbarschaften, Unternehmen, Schulen, Vereinen und überall dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung tragen.

Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach einer Kultur, in der Unterschiede nicht trennen müssen. Nach einer Kultur, die Zuhören wieder möglich macht, Vertrauen entstehen lässt und Wege eröffnet, trotz verschiedener Sichtweisen gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Demokratie lebt nicht allein von Institutionen, Wahlen und Gesetzen. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, einander zuzuhören, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen und auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn Positionen weit auseinanderliegen.

Genau dieser Frage widmet sich das Symposium.

Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die mit Unterschiedlichkeit umgehen können.

Im Mittelpunkt stehen deshalb nicht politische Positionen oder fertige Antworten. Entscheidend ist die Frage, wie Gespräche gelingen, in denen Menschen sich wirklich hören, Vertrauen wachsen kann und aus unterschiedlichen Perspektiven wieder Zusammenarbeit entsteht.

Während der vier Tage werden bewährte Formen des Dialogs, der Mediation und der Verständigung nicht nur vorgestellt. Die Teilnehmenden erleben sie selbst, reflektieren ihre Erfahrungen und entdecken, was sich verändert, wenn Menschen einander mit Offenheit, Klarheit und Respekt begegnen.

Zum Interview „Beziehungen sind politisch“ von Martin Kirchner mit
Susanne Socher & Wolfgng Sechser

Info: Dieser Link öffnet ein Video auf YouTube

Dieses Symposium ist kein politischer Kongress und kein klassisches Seminar. Es ist ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und beruflichen Hintergründen zusammenkommen, um gemeinsam zu erforschen, was gesellschaftlichen Zusammenhalt heute stärkt.

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen: Wie bleiben wir im Gespräch, wenn Meinungen weit auseinandergehen? Wie gelingt es, Unterschiede wahrzunehmen? Wie können Vertrauen und Zusammenarbeit wieder wachsen?

Die Teilnehmenden lernen Formen des Dialogs, der Mediation und der Verständigung kennen – nicht als Theorie, sondern in der eigenen Erfahrung. Die Methoden stammen aus der Praxis von Mehr Demokratie, Schloss Tempelhof sowie erfahrenen Mediatoren und Großgruppenmoderatoren.

So verbindet das Symposium gesellschaftliche Fragen mit konkreten Erfahrungen und Werkzeugen für Beruf, Ehrenamt, Politik, Verwaltung, Bildung und den persönlichen Alltag.

© Simin Kianmehr
  • Donnerstag – Ankommen und Vertrauen aufbauen
  • Freitag – Heimat, Identität und Zugehörigkeit erkunden. Unterschiedliche Perspektiven verstehen und erleben, wie daraus Verbundenheit und Gemeinschaft wachsen können.
  • Samstag – Dialog, Mediation und Zusammenarbeit an konkreten gesellschaftlichen Spannungsfeldern erfahren.
  • Sonntag – Erkenntnisse bündeln und konkrete Impulse für den eigenen beruflichen, kommunalen, ehrenamtlichen oder persönlichen Alltag entwickeln.

Dieses Symposium richtet sich an Menschen, die Verantwortung übernehmen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.

Eingeladen sind Menschen aus Kommunen, Politik und Verwaltung, Bürgerinitiativen, Vereinen, Bildung, Wirtschaft, Kirchen und sozialen Organisationen – ebenso wie alle, denen der gesellschaftliche Zusammenhalt persönlich am Herzen liegt.

Gerade die Vielfalt der Teilnehmenden macht den Wert dieses Symposiums aus!

Schloss Tempelhof ist weit mehr als ein Veranstaltungsort. Seit 16 Jahren leben und arbeiten hier rund 160 Menschen unterschiedlicher Generationen, Berufe, politischer Überzeugungen, religiöser Hintergründe und persönlicher Lebensentwürfe dauerhaft zusammen.

Was viele heute suchen, gehört hier zum Alltag: Entscheidungen gemeinsam treffen, Verantwortung teilen, Konflikte konstruktiv bearbeiten und auch bei tiefen Unterschieden in Beziehung bleiben.

Gemeinsam mit Mehr Demokratie verbindet das Symposium die Erfahrung demokratischer Beteiligung mit der gelebten Praxis einer Gemeinschaft. Während des Symposiums wird darüber nicht nur gesprochen – die Teilnehmenden erleben diese Kultur des Miteinanders unmittelbar.

290 – 490 € nach Selbsteinschätzung
(zzgl. Unterkunft & Verpflegung)
Ermäßigte Teilnahme – 150 € – auf Anfrage

Die Anmeldung öffnet sich auf einer externen Seite. Das Anmeldeformular befindet sich im Abschnitt „Anmeldung und Teilnahmegebühr“ ganz am Ende der Seite.

Mehr Demokratie e.V.

Mehr Demokratie entwickelt und begleitet Beteiligungsverfahren, Dialogprozesse und neue Formen demokratischer Mitgestaltung.

grund-stiftung am Schloss Tempelhof und Schloss Tempelhof e.V.

Die grund-stiftung fördert Projekte für Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und neue Formen des Miteinanders.

Der Verein ist Träger gemeinnütziger Bildungseinrichtungen am Ort und übersetzt die Erfahrungen aus gelebter Gemeinschaft in Lernformate für die Gesellschaft.

Pioneers of Change e.V.

Pioneers of Change begleitet Menschen, die gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten möchten.

Susanne Socher, Jg. 78, arbeitet für Mehr Demokratie e.V. und hat als Diplom-Politikwissenschaftlerin und Mediatorin langjährige Erfahrung in der Beratung und Begleitung von Partizipationsprozessen. Mit einem guten Gespür für Gruppendynamiken schafft sie Räume für authentische Begegnung. Ihrer Arbeit liegt eine Ausbildung im Community Building nach Scott Peck zugrunde.

Sie lebt mit ihren beiden Töchtern in der Gemeinschaft Tempelhof, wodurch sich ihr Verständnis für menschliche Beziehungen und Entwicklungsprozesse stetig weiter vertieft.

Wolfgang Sechser, Jg. 61, studierte Philosophie und baute als Unternehmer zwischen 1988 und 2007 drei Firmen im Baubereich auf. Mitbegründer der Werkstatt für Gemeinschaftsbildung und der Gemeinschaft Schloss Tempelhof. Stiftungsratsvorsitzender der grund-stiftung, die sich als gemeinnützige Dachstiftung für den Freikauf von Grund und Boden einsetzt. Mitentwickler des nicht-dialogischen WIR-Prozesses nach Scott Peck. Vortragsredner und Organisationsbegleiter von Firmen. Prozess- und Impulsmoderation von Großgruppen.

Weiterführende Informationen:
Martin Kirchner im Gespräch mit Wolfgang

Markus Schulz-Weiling, Jg. 85, ist promovierter Physiker, Pädagoge und Gemeinschaftspraktiker. Nach vielen Jahren in Forschung, Industrie und Politik hat er seinen Fokus auf die Frage verlagert, wie wir als Menschen wirklich gut zusammenleben.

Heute lebt und wirkt er in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof – seinem Reallabor. „Leben in Verbundenheit, weil es zukunftsweisend ist, dem Menschsein entspricht und ich ganz persönlich Lebensqualität und Potenzialentfaltung erfahre.”

Sebastian Liesecke, Jg. 95. Studium der Stadt- und Regionalplanung, Jugendleiter und Erlebnispädagoge. Teil des Instituts für Kulturgestaltung e. V. und der Uniartcity of Flow Valley am Tempelhof, einer selbstbestimmten Bildungsoase für junge Menschen.

Veranstaltungsort ist die Gemeinschaft Schloss Tempelhof – ein basisdemokratisches Mehrgenerationenprojekt mit 180 Menschen, Seminarbetrieb, eigener Schule, solidarischer Landwirtschaft und gemeinsamer Energiewirtschaft.

Adresse: Tempelhof 11, 74594 Kreßberg (Baden-Württemberg)